Juni 2023 – Fomapan 400 in HC-110

Eine weitere 8×10‘ Aufnahme mit dem Fomapan 400 – Mairüben (Foto 40). Zu sehen einmal mit einer natürlichen „Deformierung“ (die Vertiefung) und einmal eine von mir verursachte. Ich schnitt ein Stück von der Mairübe ab und aß sie. Die Softbox stand rechts im 90°-Winkel zur Kamera.

Analoge Daten: 8×10‘ Fomapan 400@64 ASA in HC-110 (1+59) für 9,5 Minuten in Rotation bei 21°

Erfahrungen mit dem 8×10‘ Fomapan 400 in HC-110

Hier wollte ich wissen, ob mit einem anderen Entwickler die effektive Empfindlichkeit des Films in meinem Workflow mit Blitzlicht ebenfalls so niedrig ist wie beim XT-3. Und ja, ist sie.

Das Ausmessen der Zone I-Dichte ergab einen Wert von 0,10. Ich arbeite zwar lieber mit einem Zone I-Wert von 0,15, da ist die Schattenzeichnung noch differenzierter, aber dieser 0,10-Wert ist akzeptabel. Bei einem Wert unter 0,10 sind die Schatten zugelaufen (über den Zone I-Wert wird die effektive Empfindlichkeit des Films bestimmt). Beim Eintesten ermittelte ich für den Fomapan 400 auch eine niedrige Empfindlichkeit von 64 ASA. Ich vermute, es könnte an zwei Dingen liegen: das Lichtspektrum meiner 30 Jahre alten Blitzröhre unterscheidet sich von der Spektralempfindlichkeit des Fomapans 400 (siehe seine erhöhte Rotempfindlichkeit) und dass er weniger Silber in seiner Schicht hat (der niedrige Preis wird hier auch seinen Grund haben).

Mein HP5+ 400 kommt dagegen bei mir mit Blitzlicht auf 160 ASA. Verwende ich den HP5+ bei Tageslicht liegt der Wert bei 200 ASA. Ich schätze, dass der Fomapan 400 bei Tageslicht einen Wert von 125 ASA erreichen kann.

Eine weitere Auffälligkeit zeigte sich beim Eintesten. Der Fomapan 400 steilt schnell auf, wenn die Entwicklungszeit nicht genau auf den Punkt ist. Ist sie etwas drüber/länger, werden die Lichter blockiert.

Ich habe mit dem neuen HC-110 entwickelt. Laut Bill Troop & Steve Anchell hat er nicht mehr die „Haltbarkeitssubstanz“ wie der alte. Den HC-110 habe ich 2020 gekauft und das Konzentrat der 1 Liter Flasche in zehn braune 100 ml-Glasflaschen umgefüllt. Es ist also 3 Jahre alt und entwickelt immer noch tadellos.

Normalerweise nehme ich beim HP5+ eine HC-110-Verdünnung von 1+39. Also 6 ml Konzentrat + 234 ml Wasser pro 8×10‘ Film. Mit dieser Verdünnung und 10 Minuten Entwicklungszeit startete ich den ersten Fomapan-Test. Das Ausmessen der Zone VIII-Dichte ergab einen Wert von 1,63 – viel zu hoch (über den Zone VIII-Wert wird die Entwicklungszeit des Films bestimmt). Wenn die Lichter noch Zeichnung haben sollen, muss der Wert zwischen 1,25-1,30 liegen. Eine Verkürzung auf 7 Minuten ergab einen Wert von knapp 1,40 – immer noch zu hoch. Mit Zeiten unter 6 Minuten drohen in meinem Workflow Entwicklungsfehler. Ich entschloss mich zu einer stärkeren Verdünnung – zu 1+59 (6 ml Konzentrat + 354 ml Wasser pro Film). Diese 6 ml Konzentrat sollten nicht unterschritten werden. Es ist die Mindestmenge des HC-110-Entwicklers, die ein Film braucht. Das gilt auch für einen KB- und MF-Film, denn die Negativflächen in cm2 sind bei KB-, MF- und 8×10‘-Negativen in etwa gleich groß. Mit knapp 10 Minuten und 21° erreichte ich einen Wert von 1,28 – die Lichter hatten jetzt Zeichnung.

Hier ein optischer Entwickler-Vergleich:

Die 8×10‘ Negative wurden „weich“ gescannt, mit Photoshop ausgefleckt und sonst nicht weiter bearbeitet. Die gescannte Tif-Datei wurde mit „Für Web speichern…“ in eine JPG-Datei umgewandelt. Wie alle auf meiner Webseite gezeigten Fotos, wobei die lange Seite der Fotos in der Regel immer 1200 Pixel hat.

Links der XT-3 (1+1) und rechts der HC-110 (1+59)

Bei der XT-3 (1+1)-Entwicklung ist die Negativ-Dichte geringfügig dichter. Man könnte die XT-3-Entwicklung um eine ½ Minute verkürzen. Sonst sehe ich keine großen wahrnehmbaren Unterschiede zwischen den beiden Entwicklern.

Schatten-Vergleich:

Links der XT-3 (1+1) und rechts der HC-110 (1+59)

Auch hier sehe ich bei einer 100% Vergrößerung in Photoshop keine gravierenden Unterschiede.

Korn-Vergleich:

Links der XT-3 (1+1) und rechts der HC-110 (1+59)

Die 100% Vergrößerung vom weißen Papierhintergrund wurde kontrastverstärkt, um das Korn sichtbarer zu machen. Die XT-3-Fläche ist heller, weil, wie schon erwähnt, die Negativ-Dichte größer ist. Das Korn von der HC-110-Entwicklung wirkt etwas schärfer als beim XT-3. Aber bei einem 8×10‘-Negativ spielt diese Betrachtung überhaupt keine Rolle. An einem Verlauf der Schwärzungskurve bin ich nicht interessiert und habe noch nie eine gezeichnet. Es ist für mich egal, ob die Kurve gerade oder S-förmig oder sonst-was ist. Ich verändere bei der Interpretation meiner Negative die Tonwerte nach meinem inneren Sehen – manches wird dunkler, manches heller, manches kontrastreicher. Mir reicht das Wissen um die effektive Empfindlichkeit und die Entwicklungszeit eines Films.

Ich mache eine zweimonatige Sommerpause, um die kreativen Tanks aufzuladen. Im September/Oktober werde ich einen letzten Fomapan-Test mit dem Entwickler FX 39 II beginnen. Im Großformatforum gibt es einige Fotografen, die mit Fomapan und FX 39 arbeiten. Vielleicht lässt sich meine niedrige effektive Empfindlichkeit mit diesem Entwickler wieder erhöhen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit einem Klick auf OK stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu.

error: Content is protected !!